Bevor ein Unternehmen daran denkt, im Ausland Fuß zu fassen, muss vieles bedacht werden.
Wie könnten die ersten Schritte aussehen?

I. Klare Zielsetzung
II. Einsatz der ersten Kompetenzen zur Bearbeitung folgender Punkte:

1. Identifizierung der kulturellen, gesellschaftspolitischen und sozialen Fakten und Unterschiede im Gastland
2. Aufsetzen des Budgets
3. Klärung darüber, ob das Budget sich mit der Zielsetzung deckt
4. Aufstellung des Projektes
5. Suche nach weiteren Kompetenzen
6. Eingliederung in die lokale, regionale Wirtschaft und Gesellschaft
7. Gezielte PR-Arbeit

III. Voller Einsatz aller Kompetenzen unter Berücksichtigung einer regelmäßigen interkulturellen und sprachlichen Kommunikation

Wenn Sie zwischen den Punkten I. und III. weniger als 6 Monate gebraucht haben, gehen Sie Risiken ein.

Die Chancen oder Hindernisse sollten Sie spätestens bei Punkt II.3. erkennen.

Will ein Unternehmen expandieren und sich zum Beispiel in Frankreich niederlassen, so werden zuerst firmeneigene Angestellte damit beauftragt, « sich doch mal da umzuschauen ».
Diese sollen optimal arbeiten, das heißt, viel erreichen und gleichzeitig möglichst wenig investieren.

Manchmal legt der Chef selbst die Hand an.
So machte es auch Herr V.
Er fühlte sich durch seinen schnellen Erfolg in Deutschland gestärkt und entschied sich auf recht « coole » Art, es in Frankreich auch so zu machen. Nach dem Stil : « Das kriegen wir schon hin».
Ohne sich vorher beraten zu lassen oder besondere Kenntnisse über die Herausforderungen zu haben, flog er los, ließ sich Mietverträge für gewerbliche Räumlichkeiten andrehen, deren Klauseln ihm niemand übersetzte.
Diese wurden im Namen seiner deutschen Firma unterschrieben. Auf die Idee, erst eine französische Gesellschaft zu gründen, kam er erst danach. So entstanden zahlreiche Komplikationen. Unter anderem musste ein neuer Mietvertrag nach zwei Monaten und langen Gesprächen aufgesetzt werden.
Inzwischen hatte Herr V. sich schon mal zwei Arbeiter besorgt, die bei einem großen Kunden eingesetzt wurden, ohne die gesetzlichen Erklärungen bei der Verwaltung zu berücksichtigen.
Auch unterschrieb er einen Vertrag mit einem Unternehmen für Buchhaltung und Steuerberatung, dessen Klauseln er vom Tisch fegte, als er dann zahlen sollte.

Es ist einfacher, auf ein Land und seine Regeln zu schimpfen als sich vorher zu erkundigen und dann logisch und effizient vorzugehen.

Kleine und mittelständische Unternehmen empfinden die finanziellen Lasten als besonders schwer. Nach Bestimmung der Prioritäten fliegen erst einmal die Dinge aus dem Plan heraus, die zum Vorwärtskommen nicht als unbedingt notwendig empfunden werden.
« Kommunikation? Die machen wir auch selbst ! »
Nun stellen Sie sich doch mal vor, dass Sie Ihre Visitenkarten selbst drucken und dann mit der Büroschere ausschneiden. Dann sieht das nicht nur furchtbar aus sondern hinterlässt auch ein erstklassiges Bild Ihres Unternehmens.

Vor der Kommunikation kommt aber noch ein viel wichtigerer Punkt:

Die Information, und zwar die richtige.
Beispiele:
Die Politik der Region
Infrastrukturen
Soziale Fakten
Tabus
Preise
Vorhandene Kompetenzen
Insider-Wissen
Termin Toulouse

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